Jahresbericht 1917 (Abschrift)

Jahresbericht 1917I   Der Gründung unseres Vereins war im Winter 1916/17 ein vom Samariterverband Basel organisierter Samariterkurs vorausgegangen, welcher, von der Gemeindebehörde dahier zuvorkommend unterstützt, seinen Abschluß mit einem Examen am 4. April 1917 fand. Es konnte an 45 Damen der Befähigungsausweis für Betätigung als Samariterinnen verabfolgt werden. Diese 45 Damen schlossen sich in der konstituierenden Versammlung vom 11ten April zum Samariterverein Riehen zusammen. Dessen Vorstand wurde folgendermaßen bestellt: Präsident: Hr. Sanitätsinstr. J. Altherr von Basel; Vicepräsidentin: Frl. Stänz von Basel; Aktuar: E. Blum, Sekundarlehrer; Kassiererin: Frau Wwe Schwarz-Biedert; IIte Aktuarin: Frl. Schaub, Bürolistin; Iter Materialverwalter: Herr Jean Egli, Desinfektor v. Basel; IIte Materialverwalterin: Frau S. Meier, Krankenpflegerin; und 4 Beisitzer: die HH. Dr Christ u. Veillon, Hr. Attenhofer (als Geselligkeitschef) und Frau Hinlein v. Basel, Samariterlehrerin.

II   Als Lokal für die Kursübungen wurde dieses Zimmer vorgesehen u. der Gemeinderat um dessen unentgeltliche Benützung ersucht. Er entsprach unserm Wunsche in zuvorkommender Weise. Leider werden wir es infolge Umbaus des Gemeindehauses bald räumen müssen.

III   Ferner beschloß der Verein den Anschluß an den Samariterverband Basel. Zum Übungsleiter wurde als Stellvertreter für Hrn. Altherr in dessen Verhinderungsfalle Herr Bender aus Basel ernannt.

IIII   In der Generalversammlung vom 25ten April 1917 wurden sodann die Statuten des Vorstandes durchberaten u. genehmigt. Inzwischen hatten eine Anzahl rühriger Samariterinnen in unserer Gemeinde Passivmitglieder gewonnen; deren Zahl beträgt zur Zeit 108; während die Zahl der aktiv tätigen Samariterinnen u. Samariter 48 beträgt.

V   Am 2ten Mai konnten die monatlichen Übungen der aktiven Samariter beginnen. Sie umfaßten folgende Arbeiten: Repetitionen von Verbänden; Transportübungen; eine Feldübung im Bettinger Wald. Hr Dr Veillon hatte die Freundlichkeit, dem Verein 2 höchst interessante Vorträge über das Ohr und das Auge zu halten; ferner hatten unsere Vereinsmitglieder Zutritt zu 3 wertvollen Lichtbildervorträgen, die vom Samariterverband Basel organisiert u. im Bernoullianum gehalten wurden; nämlich durch Hrn Dr Veillon über die Hand; und von Hrn Dr Müller über die Nieren, von Hrn Dr Kreis über die weibl. Unterleibsorgane.

VI   Am 26ten Sept. wurde wiederum ein Samariterkurs eröffnet, der jeden Donnerstag abd stattfindet und voraussichtlich noch bis gegen Ende Februar dauern wird. Leider hatten sich zu diesem Kurs wieder nur 2 Herren eingefunden, dagegen 23 Damen. Der theoretische Teil des Unterrichts wurde in freundlicher Weise wieder von Hrn Dr Christ übernommen, wofür wir ihm auch an dieser Stelle unsern wärmsten Dank aussprechen. Den aktiven Samariterinnen, die bereits den ersten Kurs absolviert hatten, wurde empfohlen, sich möglichst oft an den Kursübungen zu beteiligen, mindestens 1mal im Monat.

VII   Über die Frequenz im Besuch der Übungsabende ist Folgendes zu sagen: Es wurden bis zum Beginn des jetzigen Sam. Kurses 5 Monatsübungsabende (einschließlich der Feldübung) durchgeführt und seither im Samariterkurs selber (bis zum Ende des Jahres 1917) 13 Kursabende, zusammen also 18 Übungsabende. An diesen nahmen von den aktiven Samariterinnen teil: 1ine P. immer, Frau Spiess, 2 Personen an 17 Abenden, eine an 16, eine an 15, 2 an 14, 2 an 12, eine an 11, eine an 9, 7 Pers. an 8 Abenden, 2 an 7 Abenden, 3 an 6 Ab., 2 an 5, 2 an 4, 2 an 3, 2 an 2 Abenden, 2 an einem Abd. u. 2 an keinem. Nun lautet eine Bestimmung unserer Statuten folgendermaßen: "Aktivmitglieder, die nicht mindestens 2/3 aller Übungen während des Jahres (gemeint sind die monatlichen) ohne triftige Entschuldigung besucht haben, werden nach erfolgloser Mahnung zu den Passiven überschrieben" (S. 7). Nun hätten unsere Aktivmitglieder im ganzen 8 Monats-Übungen besuchen müssen, 2/3 davon sind 5 Übungen: Somit müssen wir zu unserm Bedauern 11 von unsern Mitgliedern, die weniger als 5 Übungen besucht haben, zu den Passiven überschreiben, und zu Aktivmitgliedern können dieselben erst wieder durch Absolvieren eines neuen Kurses werden. Hoffentlich machen wir in dieser Hinsicht im neuen Jahr und mit den von uns zu patentierenden Samariterinnen bessere Erfahrungen. *

VIII   Der Vorstand erledigte seine Geschäfte in 6 Sitzungen, zu denen ihm vor der Heizperiode das Lehrerzimmer der Primarschule zur Verfügung gestellt wurde.

VIIII   Das nötige Heizmaterial wurde bis jetzt in freundlicher Weise von Kursmitgliedern geschenkt.

Ernst Blum

* An Hülfeleistungen bei Unfällen wurden dem Vorstand leider keine bestimmten Fälle gemeldet. Hingegen waren einige Mitglieder im Falle, an einem der letzten Sonntage auf der Eisbahn wo nötig hülfreiche Hand zu bieten. Auch konnte der Eisbahnkommission durch unsere Vermittlung eine Tragbahre aus dem Mobiliar des S. V. B. zur Verfügung gestellt werden.

Wer waren die ersten Mitglieder?

Zum Glück ist in den Vereinsakten ein Protokollbuch erhalten, auf dessen ersten Seiten die „Mitglieder des Samariter-Vereins“ vom Jahr 1917 an handschriftlich erfasst sind, für das Beitrittsdatum vom 11. April 2017 in alphabetischer Ordnung und säuberlich getrennt nach „a“ (aktiv) und „p“ (passiv). Neben den für die Vereinsgeschichte massgebenden Namen von Jean Altherr (Sanitätsinstruktor Kaserne), Ernst Blum (Hirzenstrasse 3, Sekundarlehrer), Hermann Christ (Burgstrasse 110, Arzt) und Emanuel Veillon (Bahnhofstrasse 1, Arzt) liest sich die Liste wie ein Telefonbuch vom damaligen Riehen (und von Basel, da etliche Mitglieder aus der Stadt stammten).

Mitgliederliste 1917 Seite 1  Mitgliederliste 1917 Seite 2

 

Angeführt wird die Liste von Frl. Rosa Aebli von der Wettsteinstrasse 8; in der Spalte „Beruf“ steht bei ihr „Magd“. Sie ist allerdings noch im gleichen Jahr wieder aus dem Verein ausgetreten. Etwas weiter unten folgen unter vielen anderen Herr Oswin Bender, Riehentorstrasse 6, Kaufmann und „Übungsleiter“; Frl. Sophie Brunner, Baselstrasse 46, Ladentocher und „II. Aktuarin“; Rudolf Ebi, Maulbeerstrasse 7, Förster und „Hülfslehrer“; Jakob Egli, Bärenfelserstrasse 12, Desinfektor und „I. Materialverwalter“; Mina Schaub, Gatternweg 23, Kanzleigehilfin und „I. Aktuarin“; Lina Schmid, Ochsengasse 6 (in Riehen!), ohne Berufsangabe, „Materialrevisorin“; Elise Schwarz, Baselstrasse 27, Ladnerin und „Kassierin“, Elisabeth Stänz; Breisacherstrasse 48, Bürolistin und „Vicepräsidentin“.

 

Mitgliederliste 1917 Seite 3  Mitgliederliste 1917 Seite 4

Bei vielen weiblichen Mitgliedern steht als Beruf „Haushaltung“ oder „Glätterin“; die Damen bilden ohnehin die grosse Mehrheit der Mitglieder (41 von den 50 ersten Einträgen in der Liste). Streichungen, Ergänzungen und eingetragene Austrittsdaten zeugen davon, dass die Liste eine Zeitlang regelmässig aktualisiert worden ist.

Transportmittel und Zelte

In logistischer Hinsicht war die Samaritertätigkeit von Anfang an eine Herausforderung. Sowohl Material als auch Patienten müssen transportiert werden, und der Samariterposten sollte ein Dach über dem Kopf haben ... Ein Querschnitt von logistischen Glanzstücken aus 100 Jahren Samariter-Verein Riehen.

  • zelt1931

    Das erste Postenzelt im Garten der Rössli-Kaffeehalle (im Hintergrund: Le Grand-Haus). Aufnahme von 1931.

  • patiententransport

    Patiententransport bei einer Feldübung mithilfe eines Brückenwagens. Zweite Person von links: Trudi Boller. Aufnahme wahrscheinlich gegen Mitte 20. Jh.

  • zelt undatiert

    Eine leider undatierte Aufnahme eines Samariterpostens, wahrscheinlich 1980er Jahre. Alles mit viel Liebe platziert und eingerichtet!

  • zelt1993

    Freiluft-Samariterposten im Jahr 1993 mit Romano Luisoni und Jean-Pierre Ochsner.

  • zelt1997

    Einer der letzten Einsätze für unser "altes" Postenzelt: Dorffest 1997, zugleich 80-Jahr-Jubiläum des Samariter-Vereins Riehen, und daher zum "Kaffee Postenzelt" umfunktioniert.

  • zelt1999

    ... und dies ist einer der ersten Einsätze für unser "neues" Postenzelt: Konzert von Patent Ochsner 1999 im Wenkenpark. Nein, nicht das grosse blaue Zelt rechts, sondern das kleine hinten links!

  • zelt2003

    Auch wenn es viel schneller aufgestellt und zusammengeräumt ist als das alte grüne Zelt − es muss alles seine Ordnung haben. Aufnahme von einer Alarmübung in der früheren "Charmille" 2003.

  • wagen samsam 1999

    Kommen wir zu den Transportmitteln zurück: der legendäre "Töffli-Anhänger" von Lieselotte Beuret! Nicht nur für Materialtransport hat er sich bestens geeignet, sondern auch als mobiler Stand an der Samaritersammlung 1999 zum Thema "Dänk a Glänk" im Rauracherzentrum.

  • vakuummatratze2009

    Vakuummatratze zur Stabilisation von Schwerverletzten, namentlich bei Verdacht auf Frakturen und Wirbelsäulenverletzungen. Gemeinschaftsübung mit der Feuerwehr Riehen-Bettingen auf dem Schulhausareal Wasserstelzen 2009.

  • spineboard2011

    Training mit dem Spineboard (Rettungsbrett aus Kunststoff) im Haus der Vereine anlässlich einer Fachübung von 2011.

  • bahren2011

    Trotz allem: die "normalen" Berger-Bahren haben nicht ausgedient. Wohl aber die alten Weber-Bahren, die wir nur noch aus nostalgischen Zwecken im Schopf aufbewahren. Sie lassen sich allerdings tadellos für ein Spalier einsetzen! (Hochzeit im Jahr 2011)

  • wagen2017a

    Der Velo-Anhänger feiert ein Revival! Nur Eisbox und Sami-Tasche müssen separat auf das Velo gepackt werden, alles andere hat im Anhänger Platz. Achtung Schwertransport! (Aufnahme von 2017)

  • wagen2017b

    Und wieder ein grosser Sprung in der Zeit zurück zum handgezogenen Holzwagen − oder etwa doch nicht? Nach wie vor ein praktisches Transportmittel auch im Jahr 2017 (Baselstädtisches Schwingfest auf der Grendelmatte)!

  • zelt auto 2016

    Aber ganz ohne Auto geht es trotzdem nicht. Links das vielbewährte Stecksche Fahrzeug, in das weiss wunder wieviel Material hineinpasst! Samariterposten am Slow-Up von 2016 mit einem trotz Regen gutgelaunten Samariter-Team.

  • zelt samsam 2016

    Zum Abschluss ein "herziges" Bild unseres Zelts im Rahmen der Samaritersammlung 2016, die wir am "Tag der Vereine" im Riehener Dorfzentrum durchgeführt haben.

Die Vereinspräsidentinnen und -präsidenten

Der Samariter-Verein Riehen kann sich glücklich schätzen, stets kompetente Vereinspräsidentinnen und -präsidenten an seiner Spitze zu haben. Spitzenmässig ist auch die Verweildauer im Amt von mehreren Präsident/innen: allen voran die legendäre Ehrenpräsidentin Trudi Bolliger mit 35 Vereinsjahren, Ehrenmitglied Heinz Steck mit 22, Elisabeth Staenz mit 16 und Ehrenmitglied Max Brügger mit 10 Vereinsjahren. Und noch ein Zahlenspiel: Im 100. Vereinsjahr hat der 10. Präsident sein Amt angetreten ...

  1. 1917−1918: Jean Altherr (Sanitätsinstruktor, Kaserne Basel)
  2. 1918−1922: Ernst Blum (Sekundarlehrer an der Burgstrasse, Lebensdaten 1875−1947)
  3. 1922−1938: Elisabeth Staenz (Bürolistin und Geschäftsteilhaberin, 1884−1947)
  4. 1938−1945: Dr. med. Hans Martz (Hausarzt in Riehen, 1888−1954)
  5. 1945−1948: Hans Flückiger-Löliger (Postbeamter und Grossrat, 1902−1994)
  6. 1948−1983: Trudi Bolliger (Kaufmännische Angestellte, 1915−2001)
  7. 1983−1993: Max Brügger (*1936)
  8. 1993−1995: Christa Windlin (*1959)
  9. 1995−2017: Heinz Steck (*1950)
  10. 2017− : Claude Brügger (*1968)

Jubiläumsbericht 1967

Zur Halbzeit unseres Jubiläumsjahres publizieren wir sozusagen den "Halbzeitbericht" des Samariter-Vereins Riehen: Jubiläumsbericht zum 50-Jahr-Jubiläum 1967, verfasst von der damaligen Präsidentin Trudi Bolliger.

Zitat: "Das Gründungsjahr unseres Vereins lag in einer tragischen und gefahrvollen Zeit. Aus jener Stimmung heraus erkannten einsichtige Menschen die Notwendigkeit, auch in Riehen einen Samariterverein zu gründen. Heute, nach 50 Jahren, dürfen wir stolz sein auf die in dieser Gemeinschaft geleistete Arbeit. Die Welt hat sich seither gewaltig geändert; die geruhsame Lebensweise hat einem hektischen Treiben Platz machen müssen. Das Leben ist damit auch gefährlicher geworden. Deshalb ist heute das Wirken eines Samaritervereins sicher noch wichtiger als damals" (Seite 6).

Der gesamte 50-Jahr-Jubiläumsbericht kann durch Klick auf die Abbildung als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Titelseite Jubiläumsbericht 1967

Die Vereinsärzte

Der Vereinsarzt ist fachlicher Berater des Samaritervereins. Er unterstützt die Samariter in ihrer medizinischen Ausbildung und erteilt die Erlaubnis zur Verabreichung von Medikamenten auf dem Samariterposten. Er hält regelmässig einen Vortrag zur Weiterbildung in einem medizinischen Spezialgebiet. Lange Zeit war für den Theorie-Unterricht in den Kursen ein Arzt unabdingbar.

Der Samariter-Verein Riehen konnte von Anfang an von der Kompetenz und dem Engagement seiner Ärzte profitieren:

  • 1917–1939: Dr. Emmanuel Veillon (1871−1953)
  • 1917–1921: Dr. Hermann Christ (1868−1949)
  • 1926–1947: Dr. Hans Martz (1888−1954)
  • 1948–1968: Dr. Ewald Lang (1909−1976)
  • 1969–1979: Dr. Theodor Struller (1922−2012)
  • 1979–1991: Dr. Doris Segesser-Kernen
  • 1989– : Dr. Marcus Corneo

Dr. Veillon war Chefarzt des neuen Spitals des Diakonissenhauses Riehen und erwarb sich in der Kropfchirurgie einen internationalen Ruf. Er hielt für den Verein zahlreiche Vorträge, beteiligte sich regelmässig am Kurs-Unterricht und amtete als Vertreter des Roten Kreuzes beim damals noch üblichen grossen Schluss-Examen eines Kurses. Ausserdem hatte er viele Jahre lang das Präsidentenamt des Verkehrsvereins Riehen inne.

Der Hausarzt Dr. Martz war wie Dr. Veillon eine langjährige Stütze des Samaritervereins und setzte sich unermüdlich nicht nur auf medizinischer Ebene ein (namentlich im Bereich der Kurse), sondern auch auf administrativer Ebene: von 1928 bis zur Generalversammlung 1937 amtierte er als Kassier, ein Jahr später wurde er gar zum Präsidenten gewählt (bis 1945).

Als Dr. Martz aus gesundheitlichen Gründen die Funktion des Kurs-Arztes nicht weiter ausüben konnte, sprang 1947 Dr. Lang für ihn ein, der ab 1948 offiziell Mitglied des Samaritervereins wurde und diesem wie seine Vorgänger über 20 Jahre lang als Vereinsarzt zur Verfügung stand.

Langjährige Vereinsmitglieder können sich aus früheren Zeiten noch persönlich an Dr. Struller und Dr. Segesser-Kernen erinnern.

Eine rekordverdächtige Vereinstreue weist der jetzige Vereinsarzt Dr. Corneo auf, der 1989 als frisch in Riehen niedergelassener Arzt zum Samariterverein stiess und dadurch sowohl das 75- als auch das 100-Jahr-Jubiläum miterlebt.

SVR-Blättli 1992 (75-Jahr-Jubiläum)

svr1992jubiblatt titel

Das OK "75 Jahre Samariter-Verein Riehen" (1992) unter der (buchstäblichen) Federführung von Heinz Steck war äusserst aktiv und kreativ. Der Feder von Heinz ist das damalige Jubiläumslogo wie auch das "SVR-Blättli 1992" zu verdanken, in dem das Jubiläumsjahr mit je einem Schwerpunktthema pro Monat für die Nachwelt festgehalten worden ist. Download SVR-Blättli (pdf, 10 MB).

Die "Samariterlehrer/innen"

In den Anfangszeiten des Samariterwesens noch als "Hülfslehrer" (Hilfslehrer) bezeichnet, hiessen diejenigen Vereinsfunktionäre, die den Unterricht für Mitglieder und Kursteilnehmende gestalten, über lange Jahre hinweg "Samariterlehrer/in". Nicht immer war dieser Name beliebt, hat er doch etwas Altmodisches an sich. Daher wich man um die letzte Jahrtausendwende herum auf "Technische/r Leiter/in" aus. Aber Trends gehen und kommen, und so lautet die Bezeichnung für diejenigen, die die Vereinsübungen leiten, seit 2017 wieder "Samariterlehrer/in" und für diejenigen, die Kurse erteilen, eben "Kursleiter/in".

Hier die chronologische Liste derjenigen Samariterlehrer/innen, die in den letzten 25 Jahren des Samariter-Vereins Riehen aktiv waren (die Jahreszahlen beziehen sich auf die erstmalige Wahl bzw. auf den Rücktritt).

  • Lieselotte Beuret 1981−2004
  • Jean-Pierre Ochsner 1982−2005
  • Erwin Schaub 1983−2000
  • Franz Schmidt 1984−1995
  • Heidi Aeschbacher 1987−2002
  • Christa Windlin 1988−1995
  • Claude Brügger 1990−
  • Christine Brügger-Habermacher 1994−
  • Brigitte Bosch 1999−2000 (Dispensation/Austritt)
  • Caroline Meyer 1999−
  • Marjory Barnes 2000−
  • Christoph Aeschbacher 2005−2014
  • Nicole Aeschbacher-Butz 2005−2014
  • Nicole Tschopp 2005−
  • Birgitte Wittlin (Übertritt vom SV Allschwil) 2014−2017
  • Monika Roth (Nothilfe Expertin SLRG) 2016−
  • Fränzi Wirz (Jugendtrainerin SSB) 2017−

Kantonale Feldübung 1994

Am 17. Juli 1994 führte der damalige Samariterverband Basel und Umgebung bei trockenem, aber kühlem Wetter auf dem „Eisweiher“ in Riehen eine Gemeinschaftsübung der Basler Samaritervereine durch. Über 100 (!) Samariterinnen und Samariter mit Angehörigen und Kindern folgten der Einladung. Stolz trugen sie das extra für diesen Anlass geschaffene T-Shirt mit der Aufschrift „SAMARITER. Gut, dass es mich gibt!“. Auch eine Delegation des elsässischen Croix Blanche war dabei. In Gruppen galt es verschiedene Arbeits- und Spielposten drinnen und draussen zu absolvieren; natürlich gehörte auch ein umfangreicher Fragebogen dazu. Zur Stärkung bereitete eine Küchenmannschaft unter der Leitung von Felix Pfammatter in der Feldküche vor Ort ein feines Pilzrisotto zu.

einladung  koch  verbaende  verbrennung  essensausgabe

Legende: Einladung und Anmeldung (Präsidentin des Samariterverbands Basel und Umgebung war damals Martha Wälchli) | Felix Pfammatter in einem seiner vielen Elemente (hier als Koch)! | Benito Zavoli und Elsbeth Blind neben einer Holzkiste mit Verbandsmaterial (Arbeitsposten Binden- und Schlauchverbände) | Der Koch lässt es sich nicht nehmen, beim Fallbeispiel „Verbrennung“ selber (kühlende) Hand anzulegen | Yvonne Ammann und Agnes Müller schöpfen den hungrigen Teilnehmern vom dampfenden Risotto.

80. Jubiläum am Dorffest 1997

Das Riehener Dorffest 1997 bot einen würdigen Rahmen, um das 80. Jubiläum des Samariter-Vereins Riehen zu feiern. Auf dem Dorfplatz unmittelbar vor dem Samariterposten (der in den Räumlichkeiten der damaligen Schulzahnklinik untergebracht war) stellten die Samariter ihr gutes altes grünes Zelt auf und funktionierten es kurzerhand zum "Kaffee Postenzelt" um. Unter dem Motto "Samaritersache − Herzenssache" gab es Kaffee und Kuchen und am Sonntagvormittag einen währschaften Brunch mit feinem Zopf. Federführend in der Organisation waren, wie hätte es auch anders sein können, Susanne und Heinz Steck, die diesen aussergewöhnlichen Auftritt zu einem unvergesslichen Anlass machten. Einen besonderen Höhepunkt stellte das Anschneiden der Jubiläumstorte dar: Ehrenpräsidentin Trudi Bolliger liess es sich nicht nehmen, diesen feierlichen Akt mit dem Präsidenten Heinz Steck zusammen zu begehen.

Kaffee Postenzelt am Dorffest 1997  Kaffee Postenzelt am Dorffest 1997

Kaffee Postenzelt am Dorffest 1997  Kaffee Postenzelt am Dorffest 1997  

Kaffee Postenzelt am Dorffest 1997  Kaffee Postenzelt am Dorffest 1997

Kaffee Postenzelt am Dorffest 1997  Kaffee Postenzelt am Dorffest 1997

European First Aid Competition 1998

Aufgrund der guten Ergebnisse von Riehener Mannschaften an den Schweizerischen Samariterwettkämpfen wurde der Samariter-Verein Riehen für das Jahr 1998 als Schweizer Vertreter an der European First Aid Competition (EFAC) in Jesolo bei Venedig erkoren (heute als FACE "First Aid Convention in Europe" bezeichnet; Liste der Durchführungen auf Wikipedia). Voraussetzungen für das Team waren unter anderem hohes fachliches Können, gute Führungsqualitäten sowie Englischkenntnisse. So setzte sich das Team zusammen aus Marjory Barnes, Rosemarie Bittaye, Giuseppe Bonatti, Caroline Meyer, Esther Scheidegger und Nicole Tschopp. Als gute Fee amtierte, wie hätte es auch anders sein können, Lieselotte Beuret. Die Mannschaft, die sich mit mehreren Trainings intensiv auf den Anlass vorbereitet hatte, wurde in Jesolo bei brütender Hitze durch eine grosse Fangemeinde aus Riehen, Basel und der ganzen Schweiz begleitet. Ihr Maskottchen war ein androider Blutstropfen namens Hämoglobino.

Die abzuarbeitenden Einsätze: Schlauchboot, Krawall im Festzelt, Altersheim-Ausflug, Velounfall, Baustellen-Unfall, Autounfall, Sportsunfall, Selbstvergiftung, Feuerwerksunfall, Familie am Strand sowie ein CPR- und ein Quiz-Posten. Pointe: Am Posten mit den Strandunfällen erreichte das Riehener Team mit 345 Punkten die beste Bewertung vor Deutschland und Schweden mit je 333 Punkten − und dies als Binnenland ohne Erfahrung mit Quallenstichen!

Mit dem 11. Schlussrang unter einer hochstehenden Konkurrenz durften die Schweizer mehr als zufrieden sein. Das Team wurde bei seiner Rückkehr spätnachts mit einem Apéro an der Schäferstrasse 9 empfangen.

European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998 European First Aid Competition 1998

Wrapped Trees 1998

Der Samariter-Verein Riehen hatte die grosse Ehre, im Auftrag der Fondation Beyeler den Sanitätsdienst während "Wrapped Trees", dem Kunstprojekt von Christo und Jeanne-Claude, sicherzustellen. Zu diesem Zweck wurde ein "Bungalow" im eigens eingerichteten "Dörfchen" im Sarasinpark zur Verfügung gestellt. Die Abdeckung der Dienstschichten über rund einen Monat hinweg (Mitte November bis Mitte Dezember 1998) war eine grosse Herausforderung für die freiwilligen Samariter. Doch die damalige "Postenchefin" Lieselotte Beuret hat sie mit Bravour gemeistert. Am Schluss resultierten 420 Einsatzstunden allein für die Wrapped Trees!

Samariterposten Wrapped Trees  Samariterposten Wrapped Trees  Samariterposten Wrapped Trees

Generalversammlungen 2001 bis 2010

Eine Generalversammlung bildet den obligaten Rahmen für Gruppenfotos, sei es der Vorstand, seien es die Geehrten oder seien es sogar sämtliche Anwesenden. Hier eine Auswahl aus dem ersten Dezennium des neuen Jahrtausends. Auch ein paar "falsche" Gruppenfotos sind in dieser Bilderschau versteckt ... Für die unterschiedliche Qualität der Fotos bitten wir um Nachsicht.

  • gv2001

    Generalversammlung 2001 (Vorstand und Technische Kommission)

  • gv2002a

    Generalversammlung 2002 (Tutti)

  • gv2002b

    Generalversammlung 2002 (Ehrungen)

  • gv2003

    Generalversammlung 2003 (in Uniform)

  •  

    gv2004a

    ... auch eine attraktive Gruppe ... (Gabentisch 2004)

  • gv2004b

    Gruppenbild Lieselotte, Töffli und Anhänger! (2004)

  • gv2005

    Generalversammlung 2005 (immer ungefähr die gleichen Gesichter ...)

  • gv2006

    Generalversammlung 2006 (Ehrungen)

  • gv2007

    Generalversammlung 2007 (das übliche "merci" als Dank)

  • gv2008

    Generalversammlung 2008 (mit zwei Damen in Tracht)

  • gv2009

    Generalversammlung 2009 (belegte Brötli wie allewyl)

  • gv2010

    Generalversammlung 2010 (Vorstand)

Vereinsgeschichte 1992−2017

Vereinsgeschichte 1992-2017Anknüpfend an die Vereinsgeschichte 1917−1992, die aus Anlass des 75-Jahr-Jubiläums im Riehener Jahrbuch publiziert wurde ("Rieche 1992. Ein heimatliches Jahrbuch", Seiten 162−171), werden in der vorliegenden Chronik die jüngsten 25 Jahre der Vereinsgeschichte (1992−2017) zusammengestellt. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung der Freiwilligenarbeit und der Erste-Hilfe-Ausbildung, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Schwerpunkte der Vereinstätigkeit (Betreuungsaufgaben, Blutspenden, Kurse, Sanitätsdienste, Aus- und Weiterbildung). Auch eine Liste sämtlicher Vereinspräsidenten ist enthalten.